südafrika - namibia 2012

mittendrin
kapstadt

2. Juni 2012

Schon 2008, damals gerade für eine Nacht geblieben, spürten wir, dass dies ein Fleck ist, an dem wir gerne mal länger verweilen würden. Wir setzten das Vorhaben in diesem Jahr um und  buchten das Victoria & Albert Hotel direkt mittendrin, an der Waterfront. Ich hatte keine Lust, jeden Abend zu überlegen, ob sich der lange Weg von einem Außenbezirk dahin wohl lohnen würde.

 

Wenn es uns einfiel, Abends um zehn, dann mussten wir nur zur Eingangstüre raus und waren mittendrin, im Künstler-, Dock-, Hafen-, Vergnügungs- und Fressviertel. 

Dort ist immer was los und das schöne daran ist, dass das Viertel bei den ortsansäßigen Afrikanern mindestens genauso beliebt ist, wie bei den Touristen. Alles bunt und multikulti. Und es funktioniert, hier jedenfalls. Zehn Kilometer weiter weg, kann das schon wieder ganz anders aussehen.

chapmans peak drive - kap

4. Juni 2012

robben island

5. Juni 2012

Sozusagen das gefürchtete "Alcatraz" von Kapstadt. Umgeben von gefräßigen Haien in einer eiskalten Strömung ist nur einem Einzigen einmal die schwimmende Flucht geglückt.  

Heute ist das ehemalige Gefängnis stillgelegt und dient als Museum. Ehemalige Häftlinge leiten die Führungen und stehen auch Rede und Antwort.

Wir haben das Fährticket schon am Vortag gekauft. Heute morgen aber ist die normalerweise eingesetzte Fähre kaputt. Nach einiger Warterei werden wir auf einen alten scheppernden Kahn namens "Dias" ins Unterdeck geleitet. 

Es herrscht Gedränge, es stinkt nach Diesel, wir erfahren, dass mit so einem Schiff die Gefangenen nach Robben Island transportiert wurden. Ich stelle mir vor, womöglich auf dem Platz Nelson Mandelas zu sitzen. Ich frage mich, warum man nicht immer dieses Schiff anstelle der modernen Fähre für diese Fahrt einsetzt.

 

Weiter draußen kommt zum Dieselgestank noch die schwere See hinzu. Ein sehr ungünstige Kombination, die nach und nach, trotz des inzwischen regnerischen Wetters die Passagiere nach "oben" treibt. Zum Glück dauert die Überfahrt nur eine gute halbe Stunde.

Was der ehemalige Häftling, der Nelson Mandela natürlich persönlich kennt so alles erzählt, lässt sich unmöglich in Bildern festhalten. Ich kann nur jedem der in Kapstadt ist raten, diese Tour zu buchen.

luxushütte mit perfektem service

bushmans kloof

6./7. Juni 2012

Unsere Zeit in Kapstadt geht leider zu Ende, aber dafür gibt es jetzt viel Neues zu entdecken. Es geht über Malmesbury, Moorreesburg, Piketberg, Citrusdal und Clanwilliam zur 270 km entfernten Bushmans Kloof Lodge. Diese liegt in einer Art Niemandsland zwischen Clanwilliam und Wupperthal. Wir bleiben zwei Nächte zu einem - verglichen mit den heutigen Angeboten - Schnäppchenpreis.

 

Sie ist wie viele dieser in einem Niemandsland gelegenen Lodges All-Inklusive, wenn man mal von Champagner und anderen besonderen Weinen oder Spirituosen absieht. 

Wir nehmen dann auch gleich an einem abendlichen "privat"-Gamedrive teil, die anderen Gäste hatten keine Lust. Es ist schon recht spät, wir beobachten bei schönem, tiefem Licht hauptsächlich Hartmann-Bergzebras. Schon beim "unvermeidlichen" Sundowner wird es allerdings sehr frisch. Der Fahrer fragt uns, ob wir nicht frieren würden, es sei seit den letzten Tagen ungewöhnlich kalt geworden. Ich meine nur, dass wir uns nachher in die Badewanne legen würden und dann sei wieder alles gut. Auf der anschließenden Rückfahrt kommt dann allerdings noch der Fahrtwind hinzu. Damit sind selbst unsere mitgenommenen Jacken überfordert.

Bis auf die Knochen durchgefroren, freuen wir uns schon auf das warme Bad in unserer luxuriösen Hütte. Und siehe da, wie von Zauberhand ist das Bad bereits aufgeheizt, die Kerzen angezündet und allerlei Badeingredienzien liegen bereit. Es ist  genau diese Art Service und Aufmerksamkeit, die ich unter anderem in den südlichen afrikanischen Ländern so schätze. 

Nach dem Abendessen, Kudu in "Schoko"-soße und einer Flasche Diemersfontein Pinotage, zurück in unserer Luxusbude, sehen wir eine Pfütze am Boden: Das Dach ist undicht. man sieht es an einer dunklen Stelle oben darüber. Wir melden das mal sicherheitshalber. Sofort kommt jemand, putzt das weg aber beruhigt: Das sei durchaus nicht ungewöhnlich, aufgrund der langen Trockenheit sei das Stroh geschrumpft und müsse nun erst wieder quellen. Und tatsächlich ab da hielt das Dach trotz des fast pausenlos prasselnden Regens.

Der nächste Tag zeigt sich zwar nicht von der sonnigen Seite, aber immerhin ist es trocken, von oben. So können wir die Felszeichnungen und allerlei andere Dinge entdecken. Auch in dieser auf den ersten Blick unscheinbaren Landschaft zeigt sich einmal mehr, dass Zeit nehmen und erwandern immer noch die beste Option sind, um etwas zu entdecken. Wir könnten hier gut und gerne weitere 5 Tage verbringen. Allerdings wäre dann wohl das Konto geplündert...

strohhütten

naries namakwa retreat

8. Juni 2012

Da die Fahrt zu den Augrabies Falls an einem Tag zu weit gewesen wäre, suchte ich, nach einer Übernachtungsmöglichkeit im Namaqualand und stieß auf diese Lodge. Diese perfekt in die Landschaft integrierten Strohhütten hatten es mir sofort angetan.

Es ist ein "Schietwedda" Tag, die einzige Abwechslung besteht darin, dass sich Starkregen mit Schwachregen abwechselt.

Wir fahren auf der N7 über Clanwilliam, Ronderberg, Vanrhynsdorp, Bitterfontein und Kamieskroon nach Springbok um dort nach einem späten Mittagessen in einem Schnellrestaurant Richtung Westen in die R355 abzubiegen. Nach rund vierhundert Kilometern sind wir am Ziel. 

Diese Hütte nun, scheint dem Regen schon etwas länger ausgesetzt zu sein, jedenfalls ist sie absolut dicht. Obwohl wir eigentlich eine kleine Nachtwanderung zum 1,5 km entfernten Haupresort unternehmen wollen um zu Abend zu essen, müssen wir das Vorhaben aufgeben. Es regnet mal wieder heftigst. Wir nehmen deshalb den Wagen. Wieder zurück, werfen wir tatsächlich den Ofen an und verbringen einen gemütlichen Abend unter dem auf das Strohdach prasselnden Regen.

Das Beste an Namaqualand verpassen wir leider, nämlich das was passiert, wenn nach der Trockenzeit im August oder September der erste Regen fällt: Dann blüht die ganze Halbwüste für wenige Tage in einem farbenfrohen Spektakel auf. Zumindest wissen wir jetzt, wo wir übernachten, falls wir mal im  August  freinehmen können...

"klein-uluru"

augrabies falls

9. Juni 2012

Eigentlich sind die Augrabies Falls in der Winterzeit als solche nicht besonders attraktiv - sie haben zu wenig Wasser. Wir benötigten allerdings vor dem Kgalagadi Transfrontier Park einen weiteren Zwischenstopp und sind froh, diesen Ort gewählt zu haben. Jenseits des Wasserfalls sind auch dort einige Naturschönheiten zu bewundern, insbesondere der Moon Rock (manchmal auch Whale-Back genannt), ein großer, flacher Felsen der vor allem in der Abendsonne wunderschön aufleuchtet. Wir sehen darüberhinaus sehr viele Giraffen.

 

Die Nacht allerdings ist bissig kalt: Minus sieben Grad, wie wir am nächsten Morgen erfahren. Selbst zwanzig nach Acht, nachdem die Sonne schon etwas geleistet hat, sind es noch minus Zwei.

Die von außen recht hübschen Appartements haben innen leider eher den Charme einer Jugendherberge. Egal, nach den letzten beiden teuren Lodges darf es gerne auch mal etwas günstiger sein. Allerdings frieren wir die ganze Nacht und stehen am nächsten Morgen völlig unausgeschlafen auf um endlich durch etwas Bewegung in den warmen Klamotten auf Temperatur zu kommen.

kgalagadi transfrontier park

10.-12. Juni 2012

Wir "machen" heute Strecke, das Wetter ist gut, die Landschaft unspektakulär. Es geht auf der R359 zurück nach Kakamas und dann über Lutzburg an der 14 entlang nach Upington. Dort wechseln wir auf die R360, die uns nach Twee Rivieren führt, unserem Rest-Camp für die nächsten drei Nächte.

Die Grenzformalitäten zur Botswanischen Grenze dauern etwas, aber letzten Endes läuft aufgrund der guten Vorbereitung seitens Rosemarie alles glatt. Nach heute erneut rund 400 Km Fahrt haben wir unser Etappenziel erreicht.

Die Hütte ist ähnlich der letzten, allerdings innen doch etwas netter eingerichtet. Überhaupt sind die Chalets der SAN-Parks einander sehr ähnlich. Sie sind geräumig, es ist normalerweise alles da was man braucht. Viel mehr darf man nicht erwarten und braucht man auch gar nicht. Zusätzlich gibt es fast immer ein akzeptables Restaurant, so dass man auch nicht selber kochen muss.

Der Kgalagadi Park ist bekannt für seinen Löwenreichtum, leider hindern uns verschiedene Umstände daran, direkt ins Zentrum nach Nossob zu fahren. 

Es reicht gerade noch, für eine abendliche Erkundungsfahrt, bevor wir zu Abend essen und dann aufgrund der üblen vergangenen Nacht völlig übermüdet ins Bett fallen. Hier funktioniert die Heizung soweit, dass wir nicht frieren und erholsam schlafen können.

Zu den nächsten Tagen ist nicht viel zu sagen, außer dass wir permanent nach Tieren Ausschau halten und sie natürlich auch zur Genüge zu Gesicht bekommen. Insbesondere eine Gruppe Junglöwen 

auf einem leider ziemlich weit entfernten Hügel ist spannend zu beobachten, allerdings schwierig zu fotografieren.

deutscher kegelclub und köcherbäume

keetmanshoop

13. Juni 2012

Es geht weiter nach Keetmanshoop​. Zum einen brauchen wir einen Zwischenstopp, weil mir die 550 km auf direktem Weg zum Fish River Canyon zu weit sind und wir außerdem in der Abendsonne den dortigen Köcherbaumwald genießen wollen.

Wir überqueren bei Rietfontein die Grenze. Die ganze Belegschaft dort hockt vor dem Fernseher und schaut sich einen drittklassigen Horrorfilm an. Solchermaßen gefesselt, bleiben wir erst mal unbeachtet. Ich überlege schon weiterzufahren (nein, keinesfalls eine Gute Idee...), entscheide mich natürlich auszusteigen. Die zufallende Tür schreckt sie auf, sofort kommt einer raus und entschuldigt sich. Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt. Der Typ kennt sich gut aus. Was ich im doppelten Boden versteckt hätte, fragt er. Der Nissan X-Trail 4x4 hat unter dem Kofferraum ein zweites Fach, gut geeignet, ein paar Flaschen Getränke zu transportieren, die dort schnell und einfach so gesichert sind, dass sie nicht andauernd herumkullern.

"A couple of bottles of wine, maybe three or four" sage ich. Der grinst, "Ob wir schon mal in Namibia gewesen wären", fragt er. "Schon zwei Mal", erwidere ich. Er grinst erneut, "then you must like it", wünscht uns schöne Ferien und ist - schwupp - wieder vor dem Fernseher.

Es geht weiter über die C16 und Aroab, Gross Aub Richtung Keetmanshoop. Unterwegs weckt der Zaun eine Schakal"liebhabers" unser Interesse. Dieser sei sehr bekannt hier, ein "Gestörter, nicht ganz dicht", meint später Roland auf der 350 km entfernten Koiimasis Lodge. Die Welt ist klein...

Wir kommen zu einer ungünstigen Zeit kurz nach 14 Uhr an, in dem Kaff hat nicht ein Restaurant oder Imbiss geöffnet. Immerhin bekommen wir an der Bar unseres Hotels, dem Schützenhaus, ein paar "Bacon Flowered Crackers" und zwei Windhoek Draught. Das alles ist mal wieder sehr deutsch. Die Wand ziert eine Ehrenurkunde des Düsseldorfer Kegelvereins. 

Wir checken zunächst die Lage im Quivertree Forest Rest Camp ab. Ja, heute ist Gepardenfütterung, um 16 Uhr. Prima, dann gehen wir zunächst zum Giants Playground und machen dort eine kleine Runde.

Um kurz vor Vier sind wir zurück, einer der Cheetahs faucht uns böse an. Sonst ist nichts los. Das kann ja wohl nicht sein, dass diese Fütterung ohne Zuschauer stattfindet. Den Grund finden wir recht bald heraus: Wir haben beim Grenzübertritt nach Namibia vergessen, die Uhren umzustellen. Wir sind leider eine Stunde zu spät.

Entlohnt werden wir dafür mit einem wunderschönen Sonnenuntergang im Köcherbaumwald.

Das Abendessen ist wieder sehr deutsch: Zigeunerragout (haben Sie den Fauxpas bemerkt?) mit Spätzle - sehr lecker. Auch das Fernsehprogramm ist rein deutsch: Winfried Kretschmann steht bei einem Interview im Moma Rede und Antwort. Ab jetzt darf es dann gerne wieder etwas afrikanischer sein...

gondwana

fish river lodge

14./15. Juni 2012

Die heutige Etappe ist sehr kurz, etwa 180 km lang. Allerdings sollten wir auch spätestens um Vier am Gate der Lodge sein, da es später geschlossen wird. Trotzdem haben wir viel Zeit und machen einen Abstecher zum Naute Reservoir.

 

Kurz nach Seeheim biegen wir von der B4 auf die D463 nach Süden ab. Es geht weiter zur auf der Klippe zum Fish River Canyon liegenden Fish River Lodge. Die letzten etwa. 20km sind eine reine 4x4 Strecke, wenngleich mit einem solchen auch einfach zu befahren.

 

Geologisch betrachtet, kann man das hier durchaus als Zentrum der Welt ansehen, mit Gestein, das schon vor dreieinhalb milliarden Jahren das Licht gesehen hat und fast im Zentrum des damaligen Superkontinents lag. Wir sind in Gondwana, ja, tatsächlich, so heißt das Gebiet bei den Einheimischen. Allein diese Vorstellung jagt uns einen kleinen Gänsehautschauer über den Rücken.

Die Lodge ist wieder eine der recht exklusiven Sorte. Sehr modern, aber dennoch stilvoll eingerichtete Hütten, sogar eine Poollandschaft gibt es. Es ist "nichts" los, am zweiten Tag sind wir sogar die Einzigen. Sehr angenehm ist  auch, dass das ganze Team von "Original"-Afrikanern gestellt wird, jedenfalls zu unserer Zeit. Das Beste aber ist, dass der durchaus angenehme Luxus keineswegs vom "Kern" des Umgebung ablenkt.  Es kehrt besinnliche Ruhe ein.

Am Folgetag nehmen wir an der Tour zum Canyon teil. Eine abenteuerliche Piste führt hinunter, immer wieder dürfen wir das Fahrzeug verlassen und ein Stück zu Fuß gehen. Im Augenblick  strömt der Fluss kaum merkbar dahin, es ist Trockenzeit. Es gibt Lunchpaket, wir philosophieren mit Lazarus, unserem Guide, über Gott und die Welt.

Es ist (mir) schier unmöglich, die Besonderheit dieses Ortes in Bildern festzuhalten. Passend zur Stille dieses Ortes höre ich jetzt mit den Zeilen auf...

"du kummsch hier nid rein"

diamond restricted area - lüderitz

16./17. Juni 2012

Manchmal macht man einfach bescheuerte Dinge. Ich wollte unbedingt da rein, einfach schon deshalb, weil man da nicht rein darf, und, wenn nun doch unbedingt rein will, es kompliziert wird. Man muss mindestens sechs Wochen vorher ein offizielles Formular aus Namibia beantragen, ausfüllen, einreichen und bezahlen, damit man mal ein grundsätzliches OK bekommt. Das reicht aber noch nicht. Man darf da trotzdem nur mit einer geführten Tour rein. Da diese Veranstalter dann selber auch eine offizielle Lizenz benötigen, kann man sich leicht ausmalen, dass sich die Preisgestaltung nicht gerade am unteren Ende der Skala befindet. 

Es braucht noch etwas Überzeugungsarbeit, bis wir den Touranbieter dazu überreden können, die Tour zu machen. Diese findet normalerweise mit vier Teilnehmern statt. Wenn dann nun nur zwei Gäste da sind, müssen die halt für die anderen beiden mitbezahlen. Irgendwie scheint der Veranstalter damit ein Problem zu haben.

Wir bekommen schließlich die Tour, am 17. Juni geht es los Richtung Pomona und Bogenfels. Irene, unser Guide erklärt alles ausführlich und spannend. Beim ersten Stopp in Grillenthal, der ehemaligen Wasserversorgungsstation, erfahren wir dass das dort vorhandene Grundwasser auch beim derzeitigen Wachstum der Stadt Lüderitz noch für 40 Jahre reichen würde.

 

Danach folgen einige kurze Stopps, unter anderem bei den alten Diamantwaschanlagen. Die Diamantensucher sind damals anfänglich, als noch die größeren "Brocken" herumlagen, bei Mondlicht - das Sonnenlicht der Wüste ist zu grell - mit Lupe auf dem Boden herumgekrochen um diese zu finden. 

Der längste Stopp findet in Pomona statt. Wir haben viel Zeit um diesen interessanten aber auch schaurig-schön-gruseligen Ort zu erkunden. Abschließend gibt es noch ein sehr ordentliches Picknick in einem der noch besten erhaltenen Räume des Hauptgebäudes.

Ja, es war teuer, aber es hat sich gelohnt und ich würde es jederzeit wieder machen. Wenn ich an die Formel 1 zurückdenke, dann habe ich schon mehr Geld für noch "bescheuertere" Dinge ausgegeben.

Schade, das wir um 18 Uhr wider raus sein müssen. Eine Übernachtung im Schlafsack bei Vollmond in irgendeiner dieser Gebäude wäre eine Überlegung wert...

kolmanskoop - garub

diamantensuchernest und wildpferde
18.-20. Juni 2012

Wir verlassen Lüderitz nicht, ohne kurz danach noch der Kolmannskuppe einen Besuch abzustatten. Es ist nur auf den ersten Blick das Gleiche wie gestern. Kolmannskoop wurde viel später aufgegeben, das sieht mal beispielsweise an den Farben und den Wänden. Ferner gibt es hier auch ein Diamantenmuseum zu besuchen. Nach mehr als zwei Stunden Entdeckungsreise wollen wir nach draußen, uns in der Sonne aufwärmen und einen Happen zu uns nehmen. Geradezu im letzten Augenblick merken wir, dass die Mauer eine denkbar schlechte Sitzgelegenheit ist: In einer der Ritzen lauert eine Hornviper.

 

Am Grasplatz, wo 1908 die ersten Diamanten gefunden wurden machen wir kurz Halt. Der typische Nebel ist inzwischen recht weit ins Landesinnere gezogen, löst sich aber, als wir in Garub ankommen, fast auf. Wir nehmen uns ein bisschen Zeit die Wildpferde zu beobachten und es ist einiges los. Deren Herkunft ist nicht restlos geklärt, sicher ist nur, dass es sich letztendlich um entdomestizierte Tiere aus der Zeit der deutschen Besetzung handelt. Wer mehr darüber wissen möchte, kann hier nachlesen.

Wir fahren auf der B4 weiter Richtung Aus, biegen dann auf die C13 ab und es geht geradeaus Richtung Tirasgebirge. 60 Km Später geht es links in die D707, 40 km danach sehen wir das Schild zur Koiimasis Ranch. Die linkerhand liegende Ranch ist gut zu sehen, die rechter Hand liegende Fest Inn Fels Farm Lodge sucht man vergebens. Sie ist so intelligent in die Landschaft integriert, dass man sie erst im letzten Moment erkennt. 

koiimasis

Fest Inn Fels Farm Lodge
18.-20. Juni 2012

Koiimasis, das ist ein historischer Versammlungsort der San. Roland, ein ostdeutscher, ein ehemaliger Polier, zögerte nach der "Wende" 1989 keine Sekunde um das Weite zu suchen. Er landete hier in Koiimasis, kaufte ein geeignetes Stück Land und baute darauf die Koiimasis Fest Inn Fels Farm Lodge auf. Der sympathische selfmade Mann hatte als Ehemaliger vom Bau beste Voraussetzungen dazu. Die Lodge gefällt uns in vielerlei Hinsicht ausgezeichnet. Allerdings lasse ich mich, faul wie ich bin, hier nicht weiter darüber aus: Das hat schon Ingrid bestens getan.

Es ist der perfekte Ort für die letzten Urlaubstage. Roland zeigt uns ein bisschen die Gegend. Es ziehen drohende Gewitterwolken auf. Wir wollten uns gerade auf den Rückweg machen, als er per Funk einen Anruf bekommt, dass der Blitz in eine nahe gelegene Farm eingeschlagen hätte. Wenns brennt, dann ist halt immer Zeitmangel, sonst hätte er uns zuerst zurückgebracht. Ich meinte, vielleicht könnten wir ja auch behilflich sein. Er zögert nicht lange, fährt los und lädt unterwegs noch einige Arbeiter auf die Pritsche. Am Brandherd angekommen, war aber zum Glück bereits alles unter Kontrolle. Wir ziehen uns zurück und genießen auf Koiimasis, dieser Ort liegt etwas abseits der Lodge, den Sundowner.

Kameras: Nikon D800 & D7000, verschiedene Obektive

nachwort

Diejenigen die mich kennen, werden sofort eines bemerken: Dieser Bericht wurde zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt als 2012, natürlich nach meinen Aufzeichnungen von damals, erstellt.

 

Ich hatte 2012, mit meiner neuen D800  den Fehler gemacht, nicht mehr konsequent in RAW zu fotografieren. Teils aus Angst, dass ich Speicherplatzprobleme mit den riesigen RAW-Datein bekommen könnte, aber auch ein wenig mit dem Hintergedanken, es von vornherein in der Kamera "richtig" und damit RAW-Dateien überflüssig zu machen. Heute weiß ich, dass vor allem der zweite Gedanke nichts als dummes Zeug ist.

 

So hatte ich ein buntes Mischmasch an RAW, JPEG, zudem verwendete ich damals noch kein Lightroom. Es war ein einziges Chaos, das mit jahrelang davon abhielt diesen Bericht zu verfassen. 

Andererseits hatte das auch alles etwas Gutes: Mit meinem heutigen Wissen bezüglich Bildbearbeitung konnte ich viele der damaligen Löwenaufnahmen aus dem Kgalagadi Park, die unter unmöglichsten Umständen (viel zu weit weg, ungünstiges Gegenlicht, Zoom mit Telekonverter, Crop inklusive ca. 2000mm Brennweite) entstanden sind, retten. Mit meinem damaligen Wissensstand hätte ich sie wahrscheinlich alle in die Tonne gekloppt.